Doug MacLeod = CD braek the Chain

      Doug MacLeod = CD braek the Chain

      Lauschtipp 90: "break the chain" (Reference Recordings) aus Schleikens BLUE TUNES Rundbrief 12/2017


      Doug MacLeod gehört zu den äußerst
      fleissig tourenden Bluesmusikern der Gegenwart. Und in schon fast
      erwartbarer Regelmäßigkeit produziert veröffentlicht er CDs. "Wie
      alle großen Bluesmusiker", so urteilt das Blues Music Magazine
      zurecht, "lebt Doug MacLeod seine Musik und er ist eins mit ihr".
      Das kann ich nur bestätigen. Ich durfte Doug jüngst in Petershagen
      live erleben. Wenn Ihr die Chance dazu habt, verpasst sie nicht.
      Doug MacLeod ist ein bemerkenswerter und charmanter Bluesman.


      "Break The Chain" ist sein jühgstes Werk, bei dem er dem geneigten
      Zuhörer seinen Sohn Jesse präsentiert. Und es ist, das möchte ich
      voranschicken, ein wuchtiges und gleichsam ehrliches Album
      geworden.12 Tracks umfasst es, und allesamt lassen uns teilhaben
      an der Persönlichkeit des Künstlers und ihren Erfahrungen.



      "Goin' Down the Roadhouse" ist der Opener. Wenn du dich einsam
      fühlst, dann bleib nicht im Wohnzimmer sitzen bei
      Mikrowellen-Nudeln und der Daily, sondern geh aus, höre gute
      Musik, iss was gutes und tanze. Das ist das Thema dieses Songs.
      "Mr. Bloozeman" ist die Nummer 2. eine coole Nummer, die für sich
      spricht. "Dann kommt "Lonesome feeling". MacLeod dazu: "Wir machen
      alle Fehler im Leben, manche davon können wir reflektieren, manch
      andere nicht. Wenn Du eine liebe verlierst, aufgrund eines
      Fehlers, den du gemacht hast, dann ist das ein 'lonesome
      feelning'...". Es folgt "Travel On". Erneut ein tiefgründiges
      Bluesthema: Das Leben besteht nicht nur aus dem Verweilen auf
      hohen Gipfeln. Die Täler gehören ebenso dazu. Wenn du dich daran
      erinnerst, wenn du im Tal bist, dann ist es viel leichter, einfach
      weiter zu reisen. Track Nummer 5 heißt "La - The Siren In The
      West". Doug lässt uns an einer Erinnerung teilhaben, die ihn nach
      LA führte. Dort hörte er zunächst auf, den Blues zu spielen und
      versuchte, etwas anderes zu tun, was er selbst aber nicht war.
      Das, so Doug, ist gefährlich. "Ich sah Leute, die davon
      aufgefressen wurden! Ich wußte, dass ich weg muss." Und so besann
      er sich und fan zu sich und zum Blues zurück - Uns freut es auch.
      "One For Tampa Red". Mit dem Slide auf der Style 0 - das ist ein
      wunderbarer Songanfang. Doug widmet diesen Song einem seiner
      Idole. Das nächste Stück ist eigentlich gar kein Stück. Doug
      erzählt, was der Blues für ihn bedeutet. Mehr als das, was man auf
      der CD zu hören bekommt, ist es dann nicht (aber auch nicht
      weniger). Es folgt "This Road I'M Walking". Ein typischer Doug
      MacLeod-Song. Worum geht es? Natürlich um ein wieder echtes
      Blues-Thema: Wenn du nach der perfekten Frau suchst, wirst du ein
      einsamer Mann! Die Nummer 9 ist denkwürdig. Es gehen in unserer
      Zeit ein paar Dinge in der Welt durcheinander, findet Doug. Und
      während des Konzerts verwies er explizit auch auf die Führung in
      seinem Land. Daher die Frage: "Wer fährt eigentlich diesen Bus?".
      Man könnte den Übergang zum nächsten Song "Church Street Serenade"
      einen harten Schnitt nennen. Ein wunderbare Stimmung kommt rüber,
      sobald wir die ersten Töne hören. Erinnerungen an Musik und
      Menschen aus einer vergangen Zeit in den Straßen von Norfolk, VA,
      so Doug, ein wunderbares Instrumental!. Die vorletzte Nummer
      heißt "Going Home". Ein Holler, der in der Stimmung des vorherigen
      Songs verweilt: "Niemand von uns ist hier um zu bleiben! Für
      manche ist das etwas Schlimmes, für manche etwas Gutes. Für manche
      macht es keinen Unterschied. Egal, was es für dich ist: Du bist
      nur zu Besuch hier!" Tiefgang! Mit ebensolchem Tiefgang endet die
      CD. Der Song "Break The Chain" ist eine gemeinsame Komposition von
      Doug und Jesse MacLeod. Doug lässt uns wissen, dass er als Junge
      missbraucht wurde und dass er deswegen in Therapie war. Der
      Missbrauch in der Familie scheint eine lange und traurige
      Tradition gehabt zu haben, lässt uns Doug wissen. Doch als er sein
      Baby Jesse auf dem Arm hielt, sagte er zusich "No Way". Er brach
      die Ketten des Missbrauchs. Mit diesem letzten Song wollen uns
      beide Musiker, Vater und Sohn, gleichermaßen mit auf den Weg
      geben, dass wir alle die Ketten des Mißbrauchs brechen können. Die
      Macht dazu steckt in jedem von uns.


      Welch ein Album. Ich bin sehr angetan. Daher ist "Break The Chain"
      von Doug MacLeod mein uneingeschränkter Lauschtipp an Euch für den
      Dezember.

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      Thomas Schleiken
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