CD Ain´t It Some Thing, Hank Williams von Leslie Tom

      CD Ain´t It Some Thing, Hank Williams von Leslie Tom

      Lauschtipp 94 von Thomas Schleiken: Ain't It Some thing, Hank Williams

      Leslie Tom ist
      US-amerikanische Musikerin, die sich ganz der Tradition des
      Country verschrieben hat. Hierzulande ist sie gänzlich
      unbekannt, gehört sie doch eher derjenigen Szene an, die man
      hier als Kleinkunst bezeichnen würde. Seit ich in 2014 im
      Station Inn in Nashville (TN) ein Konzertabend miterleben
      durfte, bin ich großer Fan dieses Musikclubs und erhalte
      regelmäßig seinen Newsletter. In einem der letzten wurde das
      Konzert mit Leslie Tom angekündigt. Ich hörte mir ihre Musik an
      und war begeistert. Allerdings war ihre aktuelle CD in
      Deutschland nicht erhältlich. So nahm ich Kontakt mit ihr auf
      und sie sandte mir persönlich eine mit herzlichem Gruß direkt
      ins Haus, worüber ich mich sehr gefreut habe. Seither habe ich
      ihre CD "Ain't It Something, Hank Williams" einige Male gehört
      und bin begeistert.



      Wir hören insgesamt 10 Songs auf diesem Silberling, wobei der
      CD-Titel die Richtung weist. Leslie Tom liefert hier eine
      beachtenswerte Hommage an den Gründungsvater der Countrymusik,
      Hank Williams. Es ist ihr Echo an die goldene Ära der
      Countrymusik.



      Den Anfang macht "Born too Late". Wenn man die Lapsteel-Guitar,
      Stimme und Rhythmus des swingenden Country hört, weiß man
      sofort, worüber sie hier singt. Der Honky Tonk Moon in den 60ern
      muß definitiv ein anderer gewesen sein. Wir hören eine volle
      Band mit Acoustic Guitar, Lapsteel Guitar, Electric Guitar,
      Wurlitzer, Drums, Bass und Dobro. Die Nummer 2 ist die Hank
      Williams Klassiker "Hey Good Looking", wobei sie mit "Mr.
      Williams", der Nummer 3 sogleich wieder an den Altmeister des
      Country erinnert. Wir hören eine schöne Ballade mit wunderbar
      gespielter Leadguitar. Der 4. Track ist zugleich der Titeltrack:
      "Ain't It Something, Hank Williams". Erneut erklingt eine
      Ballade, bei der der Rimshot sachte den Rhytmus definiert und
      die Lapsteel Guitar dahinschwebende Klänge produziert. Leslies
      glasklare Sopranstimme glänzt bei jedem einzelnen Song. "Are You
      Ready For Some Hanky Panky", Track Nummer 5, ist ebenfalls ein
      Original aus der Feder der Musikerin. Ein cooler Country-Song
      der einen sofort an den Juke Joint erinnert (oder doch eher an
      eine lange Fahrt mit dem Truck?!). Als nächstes ertönt "Honky
      Tonkin'", erneut eine Hank Williams Nummer. Sauber gespielte
      Gitarren, sowohl im Rhythmus als auch im Lead erklingen und
      treiben den Song voran. Die Nummer 7 heißt "I'm So Lonesome I
      Could Cry", eine wunderbare Hank Williams Ballade. Es folgt
      "Still Love You (Audrey's Song)", erneut eine Ballade. So ist es
      dann auch beim 9. Song, "Angel Of Death". Erneut erklingen
      balladeske Klänge eines Hank Williams Klassikers. Diemal
      bedeutungsschwanger, an das große Buch des Johannes erinnernd,
      der uns vor dem Engel des Todes warnt, der eines Tages hernieder
      kommen wird, wenn es dann an der Zeit für uns ist, zu sterben.
      Die Dobro erklingt wunderbar bei diesem Song. Mit dem letzten
      Song "Hank You Very Much" wird es wieder beschwingter und die
      Jukebox-Klänge beschworen. "Hank, halleluja, Hank You Very
      Much". Ein swingender Abschluss eines sehr schönen Country
      Albums. "Ain't It Something, Hank Williams" ist meine
      Lauschtipp-Empfehlung für Euch im Mai.


      Keepin' Blue Tunes alive,
      Euer

      Thomas Schleiken
      I Love The Life I Live, I Live The Life I Love (Muddy Waters)