CD Baby, Its Cold Outside" von Holly Cole

Lauschtipp: 112: von Thomas Schleiken "Baby, It's Cold Outside"

Holly Cole stammt aus Kanada und ist eine begnadete Jazzsängerin. Hierzulande ist sie bis heute eher ein Geheimtipp. Sogar unter Musikerkolleginnen und -kollegen ist sie weitgehend unbekannt. Der Song "I can't see clearly now" aus ihrem Album "Don't smoke in bed" hat mich vor 26 Jahre erstmalig auf die Musikerin aufmerksam werden lassen. Ihr Album lief seinerzeit häufig auf meinem Plattenteller. In diesem Jahr hatte ich die große Freude, Holly Cole bei einem der seltenen Konzertabenden auf ihrer Deutschlandtour erleben zu dürfen. Hier nun stelle ich ein für die Jahreszeit besonders passendes Album von ihr vor, "Baby, It's Cold Outside". Die Mitstreiter ihres Trios, Aaron Davis (Piano) ud David Piltch (Bass) sind Holly Cole bis auf den heutigen Tag als ebenso großartiger Musikerkollegen treu geblieben und haben auf sämtlichen Alben mitgewirkt, so auch auf diesem. Die Songs selbst ind eine bunte Mischung, so wie man es ebenfalls von auch den anderen Aufnahmen her kennt. Gefühlvoll arrangierter akustischer Jazz, mit Ausflügen in Swing und Soul, das sind auch hier die Markenzeichen. "Christmas Time Is Here" macht den Anfang,ein Klassiker aus dem Jahr 1965, geschrieben von Lee Mendelson und Vince Guaraldi für ein Charlie Brown-Weihnachtsspecial. Charlie-Brown-Fans werden die Melodie sofort erkennen.
Mit "Baby It's Cold Outside" folgt der Titelsong des Albums, Streicher und Flöte leiten wunderbar ein, bevor der Gesang einsetzt. In der Zeit gehen wir noch weiter zurück. Der Song wurde 1944 von Frank Loesser geschrieben. Ein großartiger Text. In Form eines Dialogs versucht eine Person eine andere, die gerade im Begriff ist, das Haus zu verlassen, mit immer wieder neuen Argumenten davon überzeugen, zu bleiben. Die oft fadenscheinig wirkenden Argumente werden dann immer wieder entkräftet.
Es folgt "The Christmas Song" von Bob Wells und Mel Tormé aus dem Jahr 1945. Er darf als Weihnachts-Klassiker bezeichnet werden und wurde 1946 erstmalig vom Nat King Cole Trio eingespielt.
"Santa Baby" ist die Nummer vier des Albums. 1953 geschrieben von Joan Javis und Philip Springer wurde der Klassiker noch im selben Jahr erstmalig veröffentlicht. Die Bläsersätze der hier vorliegenden Aufnahmen entführen uns sofort zurück in diese Zeit der goldenen 50er. Inhaltlich geht es um einen Blick auf eine Wunschliste für Weihnachten. Von einer Yacht bis hin zu Deko von Tiffany ist alles dabei.
Die Nummer 5 heißt "I'll Be Home For Christmas". Der Song aus dem Jahr 1943 aus der Feder von Kim Gannon, Buck Ram und Walter Kent wurde durch die Aufnahmen von Bing Crosby populär. Zahlreiche Interpreten haben ihre Versionen dieses Song seither veröffentlicht. Im zweiten Weltkrieg reflektierte der Song die Sehnsüchte der Kriegsteilnehmer und ihrer Angehörigen in besonderem Maße. Die Version hier strahlt ihre besondere Kraft dadurch aus, dass wir nur Holly's Stimme und Asaron's Piano hören.
Dann kommt "'Zat You Santa Claus". Jack Fox schrieb diesen Song 1921, gleichsam der älteste auf diesem Album. Durch die Aufnahmen von Louis Armstrong für Decca Records aus dem Jahr 1953 wurde er populär. Wir hören hier das Holly Cole Trio im großartigen Zusammenspiel zwischen Piano, Bass und Stimme.
"If We Make It Through December" stammt aus der Feder von Merle Hagard. Er veröffentlichte diesen Song 1973. Den Radiohörern dieser Zeit dürfte er bekannt sein. Es war die Single-Auskopplung aus dem Album "Merle Haggard's Christmas Present". Eine schöne Überraschung in diesem mit dem Ausflug in Country-Gefielde. Das Thema behandelt die deprimierend anmutenden Gedanken eines Fabrikarbeiters, der in der Zeit vor Weihnachten entlassen wird, einer Zeit, in der doch eigentlich alles glücklich sein sollte. "Wenn wir es durch den Dezember schaffen, wird alles gut", damit drückt er seine Hoffnung aus. Merle Haggard hat stets betont, dass er diesen Song nicht nur als Weihnachtssong bezeichnet haben möchte.
Als Nummer 8 folgt "Christmas Is", geschrieben von Maxwell Spence und Percy Faith im Jahr 1966, im selben Jahr veröffentlicht von Percy Faith and his Orchestra. Diese Nummer kann dem Easy Listening Stil zugeordnet werden.
Es folgt "Wildwood Carol", geschrieben vom englischen Komponisten und Chorleiter John Rutter. Holly präsentiert hier ein modernes Weihnachtslied, komponiert für Orchester.
"Sleigh Ride" ist die Nummer 10. Das Orchsterstück wurde in den späten 1940er Jahren von Leroy Anderson komponiert. Eine Leigh Ride ist eine Schlittenfahrt. Und so geht es in dem Text auch darum, dass eine Person mit einer anderen gern zusammn eine Schlittefahrt machen möchte.
Mit "What Is This Lovely Fragrance?" werden die Klänge ehrfürchtig. Wir hören dieses wunderschöne Traditional in einer mehrstimmigen Fassung mit Trommeln und Bläsern angereichert.
"Never No" heißt das zwölfte Stück aus der Feder der kanadischen Liedermacherin Mary May O'Hara. Holly Cole greift hiermit ein schönes Stück ihrer Landsmännin auf.
Das Album wird mit "What About Me" von Aaron Davis beschlossen. Wir hören hier also ein Original des Holly Cole Trios zum Abschluss.

Holly Cole "Baby It's Cold Outside" ist mein Lauschtipp für Euch im Dezember. Es ist in schönes Album das auf akustische Weise Licht ins Dunkel dieser Jahreszeit bringt.


Ich freue mich auf ein Wiedersehen im Konzert.


Keepin' Blue Tunes alive, Euer


Thomas Schleiken

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